Äthiopien: Der Norden wird grün

Das Tal von Abraha Atsbeha in Tigray, Nord-Äthiopien
Das Tal von Abraha Atsbeha in Tigray, Nord-Äthiopien

Im April 2013 war ich drei Wochen im Norden Äthiopiens unterwegs um eine Geschichte zu dokumentieren, die davon handelt wie verdorrtes Land wieder grün wird und vertrocknete Quellen wieder zu fließen beginnen. Der Held meiner Geschichte heißt Gebremichael Gidey Berhé, genannt: Abaháui, der Vater des Feuers. Dieser Geschichte habe ich eine eigene kleine Website gewidmet, um der Liebe und Arbeit gerecht zu werden, die in das Projekt geflossen sind. Ich freue mich über Anregungen, Empfehlung und Kommentare!

 

In April 2013, I spent 3 weeks in northern Ethiopia to document a story about the greening of a landscape which had been degraded and eroded for decades, making survival nearly impossible. Now, the land is turning green again, and once dried out springs are starting to flow again. The protagonist of this story is Gebremichael Gidey Berhé, called "Abaháui", the father of fire, by the people in his region. I have dedicated a small website to this story to reflect the love and work this project required. Please feel free to share or comment!

 

www.abahaui.tumblr.com

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Fieldnotes from India: The Magic of the Drums.

Impressions of Theyyam

 

Looking back: September 2012. Traveling along the Coast of northern Kerala, we had picked the „Costa Malabari“ Lodge for more then just its beautiful beaches - Kurien, the knowledgable and charming manager, was said to have excellent knowledge of the local Theyyam ritual, and also to be happy to arrange for guests to witness a local Theyyam ceremony. Theyyam is a religious ritual in south west India where a chosen performer is believed to turn into a deity as he falls into a trance. Theyyam is endemic to the region of Kannur and only exists in this confined area.

 

Without even having to ask, Kurien told us that he had indeed arranged for us to attend a Theyyam on the second day of our stay. After dinner, Kurien sat down with us and shared some of his impressive background knowledge with us. Interestingly, Kurien is convinced that Theyyam of India has the same roots as Voodoo of the Carribean and South America, originating from African pygmy slaves. He claimed that their descendants were still living in the Kannur area today.  I haven´t put any further research into the issue, but it sounds plausible to me. In fact, that afternoon on the local beach, the features of one local young man indeed had reminded me strongly of some African ethnic groups.

 

The Theyyam we visited was organized at a private household to celebrate the succesful marriage of a family member – to give thanks and to receive blessings for the future. Many neighbours were invited, and we were a bit nervous about disturbing the scene as curious intruders, but there was a warm welcome and it seemed the family felt happy and honored that we were interested in watching the ceremony.

 

This entire Theyyam ceremony lasted about an hour and a half and ended with the participants standing in line to receive the blessings of the performer in his state of a divine trance.

Fieldnotes from India: Delhi.

Dreck, Lärm, Hitze – die heilige Dreifaltigkeit von Delhi. Eine zugestaubte Enfield Bullet im szenigen Hauz Kaz Village

 

Und - wie ist Delhi?

 

Eine Frage, die mir häufiger gestellt wurde und die nicht zwischen subjektiver Wirklichkeit und objektiver Wahrheit unterscheidet. Entsprechend meine Antwort: Delhi ist laut, dreckig und meistens heiß und staubig – außer im Winter und während des Monsuns. Das kann man belegen: Schon im April können die Temperaturen knapp 40 Grad erreichen und im Sommer bewegt sich das Thermometer manchmal sogar in Richtung der 50er Marke. Mein subjektiver Eindruck aber kommt am besten zum Ausdruck im Klappentext eines neueren Romans über Delhi (sinngemäß zitiert). Eine schöne Antwort - ich wünschte sie wäre von mir:


„A city of 16 million people –

and twice as many horns blowing at the same time"

 

 

Für den erschöpften Besucher machen die ausgedehnten, grünen Parks vieles an Lebensqualität wieder wett, was man der Metropole ansonsten absprechen würde. Hier findet sich zwischen mittelalterlichen Moguln-Grabstätten und anderen archäologischen Stätten Raum zum Durchatmen und Auftanken, ohne dass man angerempelt oder von vorbeifahrenden Hup-Rambos akustisch angegriffen wird.

 

Papageien brüten in den Ruinen, und Streifenhörnchen lassen sich von den Besuchern füttern. Delhi erinnert in dieser Hinsicht etwas an Rom mit seinen sieben Hügeln – die Metropole besteht aus sieben historischen Teil-Städten, und immer wieder trifft man im Stadtbild auf mittelalterliche Relikte.

 


Ausspannen im Lodi Garden. Kühler Schatten in mittelalterlichen Mogul-Grabstätten.

 

Die Parks von Delhi: Der Liebe eine Chance.

 

In Indien ist körperlicher Kontakt zwischen Männern und Frauen in der Öffentlichkeit strengstens verpönt – nur selten sieht man ein Paar Hand in Hand, und niemals küsst man sich vor Fremden. Da die Sitten streng sind und die Initimität auch in den eigenen vier Wänden nicht gegeben ist – oft wohnt die Großfamilie auf engem Raum zusammen - bleiben als einzige Orte für Zärtlichkeiten die öffentlichen Parks.   Hier scheint das ungeschriebene Gesetz zu gelten, dass das Turteln erlaubt ist. Wenige Minuten nach Betreten eines Parks fallen die ersten Pärchen ins Auge, die auf den Parkbänken, auf den Wiesen oder in den Schatten der Ruinen flüstern, kuscheln und tun, was Verliebte tun. Erst die hohe Dichte an Liebespaaren in den Parks macht die erzwungene Abstinenz in der Öffentlichkeit für den europäischen Ausländer so auffällig.

Discover Old Delhi - discover chaos.


 

Old Delhi liegt im nördlichen Teil der Metropole und ist ein Chaos aus engen und engsten Gassen, Motor- und Fahrrad-Rikschas, Lastenträgern, Ochsenkarren, Straßenhunden, Kabelgewirr und Essensständen. Die Luft, wie schon der berühmte Reiseführer „Lonely Planet“ schreibt, ein überwältigender Angriff auf die Sinne, mit einem Gemisch aus Gewürzen, Abgasen, Urin und Räucherstäbchen. In der Hitze, dem Gedränge, dem Lärm und dem Geruch kann ein normaler Europäer es im Grunde nur bis zwei Uhr nachmittags aushalten, danach wird es noch heißer und noch voller, bis die Straßen am Abend so stark bevölkert sind wie wir es nur von Volksfesten kennen – nichts für Menschen mit Platzangst oder schwachen Nerven.


Old Delhi, so wie der besuchende Europäer es erlebt, besteht hauptsächlich aus Einkaufsstraßen, nur dass die Assoziation mit einer westlichen Fußgängerzone ins Leere greift. Zu ebener Erde reiht sich ein kleiner Laden neben den anderen. Was sich in den oberen Stockwerken der meist dreigeschossigen Häuser befindet, kann man nur ahnen – vermutlich leben dort die Besitzer. Blickt man nach oben, dann fällt die völlig chaotische, desolate Verkabelung auf. Da die Stromkabel meistens zu lang sind, wird die überschüssige Länge aufgerollt (warum nicht gekürzt?) und statt einzelner, gerader Stromkabel schweben Klumpen von Kabelrollen über den Köpfen in Höhe des ersten Stockwerks. Den eigentlichen Grund für das Kabel-Chaos hat mir meine Frau verraten, die das ganze Jahr in Delhi lebt: Strom wird illegal abgezapft, jeder klemmt sein eigenes Kabel dran, fertig ist das Gewirr.


Darauf turnen Rhesus-Makaken wie Akrobaten, an den Häusern entlang über Markisen und Fenstersimse. In Delhi sagt man, Affen im Haus sind schlimmer als Einbrecher – sie zerstören alles und man kann nur abwarten, bis sie wieder weg sind – jedes Dazwischengehen ist äußerst gefährlich.


Old Delhi - Richtung Spice Market. Man folge seiner Nase und dem Gewühl.

 

Nach dem sogenannten Cluster-Effekt bringt es den Kaufleute Vorteile, sich neben Kaufleute mit gleichem Sortiment zu gesellen, und dieser Effekt trägt auch hier: Eine Straße, in der fast ausschließlich mit Papierwaren gehandelt wird, dann der Abschnitt der Haushaltswarengeschäfte, der Hochzeits-musikanten, der Seifenhändler und der Schneider.

Dazwischen alle fünfzig Meter ein Stand mit Kokosnüssen zum Austrinken, mit frischgepressten Säften oder scharfen, oft frittierten Mahlzeiten. An jeder Straßenecke ein Kiosk und ein Teeverkäufer, der süßen Gewürztee an Passanten, Arbeiter und Händler ausschenkt. Was es äußerst selten gibt: Eine Sitzgelegenheit für zahlende Gäste, sei es beim Snack oder beim Tee, so ist es auch in Kalkutta. Der Platz ist knapp, es ist eng, auf den Boden setzen mag man sich kaum.  


 

Wie machen es die Einheimischen?

Die Rikscha-Fahrer ruhen sich auf ihren Rikschas aus, die Träger auf ihren Karren und Säcken; die Händler sitzen in ihren Buden, Frauen sind kaum zu sehen. Ein paar Handwerker und Tagelöhner sitzen eng zu- sammengekauert am Straßenrand. Mir als Tourist bleibt nur die Wahl, den Tee im Stehen zu trinken. Und weiter durch das Gedränge zu marschieren bis nach einigen Stunden die Kräfte nachlassen und die Entscheidung fällt, das Stadtviertel ganz zu verlassen und eines der modernen, klimatisierten Cafes in New Delhi aufzu-suchen, auch wenn ich eigentlich gerne noch etwas geblieben wäre. Vor Kälte zitternd sitze ich wenig später in einem schicken „Barista“ oder „Cafe Coffee Day“ und schlürfe Cappu-chino, zum zehnfachen Tarif des Straßen-Chai.  Aber im Sitzen, mit wohlig ausgestreckten Beinen.

 

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Einige Handwerker und Tagelöhner sitzen am Straßenrand. Aber mich dazuzusetzen wäre auch irgendwie merkwürdig gewesen.
Einige Handwerker und Tagelöhner sitzen am Straßenrand. Aber mich dazuzusetzen wäre auch irgendwie merkwürdig gewesen.